Am 18. September 2025 feierte der BIM HUB Hamburg sein 10-jähriges Bestehen. Rund 100 Mitglieder und geladene Gäste aus Architektur, Bauwesen, Ingenieurwesen, Verwaltung und Wissenschaft versammelten sich in der Halle 424 im Oberhafenquartier, um einen Abend voller Impulse, Rückblicke und Begegnungen zu erleben. Durch das Programm führte charmant Professor Daniel Mondino, stellvertretender Vorstandssprecher.
Rückblick und Meilensteine
Christian Esch, Vorstandssprecher und seit 2015 Teil des Gründungsteams, nahm die Gäste mit auf eine persönliche Zeitreise: Parallel zur Geburt seines zweiten Sohnes erlebte er die “Geburt” des BIM HUB Hamburg.
Mit Humor erinnerte er an wichtige Etappen – von den Ringvorlesungen an der TU Hamburg (TUHH) und der HafenCity Universität Hamburg (HCU) bis zur engen Zusammenarbeit mit BIM.Hamburg. Viele der damaligen Weichenstellungen seien heute noch maßgeblich für die Positionierung der Interessengemeinschaft.
Politische Perspektive: “Einfach machen!”
Mit einem klaren Appell trat Dr. Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende, ans Rednerpult. In seinem Grußwort stellte er die Bedeutung von BIM für den Tiefbau in den Vordergrund.
“Bitte nicht zehn Jahre um Standards streiten – machen Sie es einfach!”
Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende
Seine Botschaft: Bauprobleme, z. B. in den Energienetzen, ließen sich durch eine präzise Bestandsaufnahme im Untergrund vermeiden – auch dies sei eine BIM-Aufgabe. 28 Prozent der Ingenieurfirmen in Hamburg arbeiten bereits mit BIM, doch Ziel müsse eine flächendeckende Anwendung sein. Investitionen in digitale Infrastruktur und vereinfachte Prozesse seien entscheidend.
Hamburg, so Tjarks, sei ein “Leuchtturm der Freiheit” – und solle diese Rolle durch digitale Baukompetenz weiter stärken.
Digitalisierung neu denken
Professor Dr. Henning Vöpel stellte in seinem Vortrag “Die digitale Revolution und ihre Feinde” heraus, warum die Transformation vielerorts nur schleppend gelingt. Anhand prägnanter Gegenüberstellungen wie Agilität vs. Prozess, Kreativität vs. Hierarchie oder Lernen vs. Reproduzieren machte er deutlich: Noch immer werde Digitalisierung zu oft als bloße Effizienzsteigerung im alten System verstanden.
“Wir denken Digitalisierung falsch!”
Prof. Dr. Henning Vöpel, Ökonom und Zukunftsforscher
Sein Plädoyer: Europa müsse Barrieren abbauen, Start-ups leichteren Zugang verschaffen und die Denkweise von starren Routinen hin zu neuen Fähigkeiten wandeln. Moderator Mondino griff diese Gedanken auf und fasste sie als “systemische Digitalisierung” zusammen – ein Ansatz, der Mindset, Skillset und Toolset miteinander verzahnt.
Ehrenmitglieder und Auszeichnung
Ein feierlicher Moment war die Ernennung zweier Gründungsmitglieder zu Ehrenmitgliedern: Dipl.-Ing. Uwe Pinck und Dr. Stefan Ehmann erhielten diese besondere Anerkennung für ihr Engagement in den ersten Jahren des Vereins.

Die Comedians Felix Treder und Jesper Wulff testen mit Vorstandsmitglied Anne Koch die Fotobox: läuft!
Humor, Austausch und Genuss
Nach den Fachvorträgen brachte Felix Treder vom Hamburger Comedy-Kollektiv SCHNACK Stand-Up die Gäste zum Schmunzeln. Mit spontanen Interaktionen lockerte er die Atmosphäre, bevor sein Kollege Jesper Wulff das Publikum mit absurden Geschichten und rasantem Timing zum Lachen brachte.
Bei Fingerfood, warmen Speisen und Desserts klang der Abend in geselliger Runde aus. Die Fotobox Waterkant sorgte für witzige Erinnerungsbilder und stärkte das Gemeinschaftsgefühl von Teams. Bis spät in den Abend wurde noch intensiv über die Zukunft des digitalen Bauens diskutiert, ehe sich viele Gäste auf ihre Fahrräder schwangen und den Heimweg antraten.
Fazit: Rückenwind für die nächsten zehn Jahre
Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll, wie stark der BIM HUB Hamburg in der Fachwelt und in der Stadt vernetzt ist.
Rückblicke, politische Impulse, wissenschaftliche Perspektiven und heitere Momente ergaben zusammen ein Fest, das nicht nur die vergangenen zehn Jahre würdigte, sondern auch Lust auf die Zukunft machte:
Mehr Austausch, mehr Mut und mehr Digitalisierung im Bauwesen.













Comments are closed.